IMMANUEL

Die Tjalk IMMANUEL wurde 1912 auf der Barkmeyer-Werft in Dokkum in der niederländischen Provinz Friesland gebaut. Ihr erster Name lautete DE JONGE PIETER, erst 1941 erhielt sie ihren heutigen Namen. Heimathäfen waren Groningen und Leeuwarden in den Niederlanden.
Die IMMANUEL transportierte als Frachtensegler hauptsächlich Kartoffeln und Gemüse. Sie verkehrte auf dem Dollart, auf der Ems, im Wattenmeer und in der Nordsee. Erst 1956 wurde ein Dieselmotor eingebaut. Bis dahin hatten die Besitzer aus Platzgründen darauf verzichtet und betrieben das Schiff nur mit Windkraft. Von 1958 bis 1973 lag die IMMANUEL als Wohnschiff in der Nähe von Amsterdam. 1973 baute man sie in ihren ursprünglichen Zustand als Segelschiff zurück. 1991 erwarb sie der Förderkreis des Sielhafenmuseums Carolinensiel. Das Schiff wurde seitdem umfassend restauriert und ist heute wieder voll einsatzfähig. Die Tjalk wird von der Schiffergilde Carolinensiel betrieben. Als ortstypisches Plattbodenschiff gibt die IMMANUEL Zeugnis von der großen Zeit der Frachtensegler in den friesischen Sielhäfen.


Tjalk


Der Schiffstyp der Tjalk stammt aus den Niederlanden. Sie ist das typische Plattbodenschiff der west- und ostfriesischen Nordseeküste. Aufgrund des geringen Tiefgangs (bei der IMMANUEL nur 80 cm ohne Last) und wegen der platten Schiffsböden können Tjalken im flachen Wattenmeer fahren. Bei Niedrigwasser können sie sich ohne Probleme trockenfallen lassen und bei auflaufendem Wasser auftreiben. Segelschiffe ohne Kiel sind jedoch bei Seitenwind sehr instabil. Daher befinden sich an Backbord und an Steuerbord Seitenschwerter. Sie werden bei Bedarf auf der windabgewandten Seite ins Wasser abgesenkt und verleihen dem Schiff Stabilität. Die Takelage einer Tjalk besteht in der Regel aus einem Mast mit mehreren Vorsegeln und einem großen, trapezförmigen Gaffelsegel.


Die Tjalk IMMANUEL unter Segeln

Tjalk bei Seitenwind (halber Wind) und trockengefallen

© Deutsches Sielhafenmuseum in Carolinensiel 2005